Wissen

Über den Zeitraum Sommer bis Herbst 2017 hat Dr.in Martina A. Friedl im Auftrag der AK Wien einige international tätigen Unternehmen in Österreich und 5 Expertinnen zum Thema Frauen in technischen-naturwissenschaftlichen Berufen befragt.

In nahezu allen Industrien gibt es deutlichen Handlungsbedarf, wobei eine grundsätzliche Zustimmung zur Umsetzung von Maßnahmen herrscht – allerdings mangelt es vielerorts an einheitlichen Lösungen und messbaren Vorhaben.

Sowohl in Schulen und Universitäten, als auch seitens der Unternehmen selbst wird daran gearbeitet, typische „Männerberufe“ für Frauen attraktiver zu machen. Doch auch Frauen selbst beeinflussen den Einstellungsprozess teils nicht zu ihren eigenen Gunsten – hier liegt es an HR-Abteilungen, dies professionell auszugleichen.

Die ganze Studie im Detail finden Sie im untenstehenden Link.

Eine neue Studie über Mütter am Arbeitsmarkt – durchgeführt von Yvonne Lott, Expertin der Hans-Böckler-Stiftung – zeigt folgende Ergebnisse: Grundsätzlich sind Mütter am Arbeitsmarkt benachteiligt und gehen um ein vielfaches öfter und länger in Karenz als Väter. Des Weiteren sind Mütter mit Kindern unter drei Jahren nur zu 50% erwerbstätig, und davon wiederum die Hälfte in Teilzeit.

Lott hat mithilfe von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) aus den Jahren 2003 bis 2013 unter­sucht, welche Rolle diverse Arbeitszeit-Modelle in diesem Zusammenhang spie­len. Wird beispielsweise seitens des/der ArbgeitgeberIn Gleitzeit angeboten, kehren Mütter nach der Elternzeit eher in den Beruf zurück – haben Frauen flexiblere Gestaltungsmöglichkeiten ihrer Arbeitszeit, steigt die Wahrscheinlichkeit der Rückkehr in den Job sogar um gut 60%.

Diese und weitere Resultate sind detaillierter im Link unterhalb nachzulesen.

In den letzten Jahren hat der Anteil erwerbstätiger Frauen in Deutschland stark zugenommen – im Jahr 2015 betrug dieser fast 70 Prozent (69,8) gegenüber jenem der Männer (77,7 Prozent). Dennoch gibt es nach wie vor eklatante Unterschiede in Bezug auf Arbeitsvolumen, Gehälter und Anteile in Führungspositionen. Jene und weitere Themen sind Bestandteil des öffentlichen Diskurses über Chancengleichheit am Arbeitsmarkt.

Anfang Jänner 2016 trat ein Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Führungspositionen in Kraft. Bis dato ist weitegehend unbekannt, wie Frauen und Männer ihre Entwicklungsmöglichkeiten wahrnehmen und wie dies von der Personalpolitik potenzieller ArbeitgeberInnen beeinflusst wird. Um in diesem Bereich neue Erkenntnisse zu erschließen, wurde der Monitor für Chancengleichheit von Frauen und Männern am Arbeitsplatz entwickelt – hierfür werden aktuelle Daten der repräsentativen, deutschlandweiten Betriebs- und Beschäftigtenbefragung Linked Personnel Panel (LPP) ausgewertet. Aufgezeigt werden durch den Monitor, wie Förderung durch ArbeitgeberInnen wahrgenommen werden und mit welchen Maßnahmen Betriebe versuchen, den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen.

Die detaillierten Ergebnisse der Erhebung sind im Link unterhalb nachzulesen.

Erfolg im Beruf ist nicht nur Männersache. Frauen sind einer aktuellen Umfrage zufolge fast genauso stark an einer Karriere interessiert wie Männer.

36,9 Prozent der befragten Frauen haben den großen Wunsch, im Laufe ihrer Karriere eine oder eine weitere Führungsposition einzunehmen, wie aus der repräsentativen Umfrage des Instituts Civey unter 5000 Teilnehmern im Auftrag der Initiative Chefsache hervorgeht. Bei den Männern antworteten 43,3 Prozent entsprechend. 47,6 Prozent der Frauen und 38,5 Prozent der Männer haben keinen oder keinen großen Karrierewunsch.

38,9 Prozent der Frauen sind zuversichtlich, dass sich ihre Ambitionen auch umsetzen lassen. Unter den Männern sind es 46,6 Prozent. Weniger oder gar nicht zuversichtlich sind 41,1 Prozent der Frauen und 33,2 Prozent der Männer.

Julia Sperling, Partnerin bei der Unternehmensberatung McKinsey sagte zu dem Ergebnis: „Wenngleich das Verhältnis Männer zu Frauen noch immer nicht völlig ausgewogen ist, entkräftet die Umfrage das verbreitete Vorurteil, Frauen würden gar keine Karriere machen wollen.” Das Ergebnis sei ein positives Signal für ein ausgewogenes Verhältnis in Führungspositionen.

Die Initiative Chefsache ist ein Netzwerk von 23 Unternehmen und Organisationen aus Wirtschaft, Wissenschaft, öffentlichem Sektor und Medien, das sich für mehr Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern einsetzt.

Beitragsbild - Beratung

Zwei oder mehr MitarbeiterInnen teilen sich eine Vollzeitstelle, damit den Arbeitsplatz und das Gehalt – das Modell Jobsharing wird von rund einem Fünftel der österreichischen Unternehmen angeboten, deutlich mehr als in Deutschland. In Großbritannien und den Niederlanden ist das Modell weit verbreitet. Meist wird die Wochenarbeitszeit in Vor- und Nachmittag oder in einzelne Tage geteilt, etwas so: Eine Person arbeitet Montag und Mittwoch, die andere Dienstag und Donnerstag, am Freitag sind beide da. Das Gehalt wird, je nach Arbeitszeit, anteilsmäßig berechnet. Dasselbe gilt für den Urlaubsanspruch.